Blasensprung.

Den Blasensprung, kann man sich wie das Platzen oder Reissen eines Ballons vorstellen. Denn es passiert nichts anderes, als dass die Eihäute der Fruchtblase einreissen und das Fruchtwasser ausfliesst. Wann und wieso das passiert, hat ganz unterschiedliche Gründe. Auch ist es nicht immer ganz so einfach herauszufinden ob ein Blasensprung statt gefunden hat und ob es wirklich Fruchtwasser ist, dass man glaubt zu verlieren.

Wie sieht Fruchtwasser aus?
Die Farbe von Fruchtwasser ist nicht immer gleich. Es kann klar mit leichten weissen Flocken (Käseschmiere), leicht rosa durch etwas Blut, oder sogar grün sein. Grünes Fruchtwasser ist immer ein Anzeichen dafür, dass das Kind während der Schwangerschaft oder während der Geburt, Stress erlebt hat. Denn bei Stress setzen Babys bereits in der Gebärmutter Stuhlgang ab. Da sie nur Fruchtwasser verdauen, ist der erste Stuhlgang (Mekonium) sehr dunkelgrün. Löst das Mekonium sich im Fruchtwasser auf, wird das Fruchtwasser grün. Bei breiig grünem Fruchtwasser sollte möglichst schnell ein Spital aufgesucht werden.

Wann tritt ein Blasensprung auf?
Die Fruchtblase kann eigentlich während der ganzen Schwangerschaft platzen. Wobei ein Blasensprung vor dem errechneten Geburtszeitraum meist durch Infektionen, Traumata oder durch Krankheiten/Fehlbildungen des ungeborenen Kindes verursacht werden.
Aber auch der Blasensprung im Geburtszeitraum kann mit oder ohne Wehen passieren. Springt die Fruchtblase ohne Wehen, wird man ca. 24h auf die Wehen warten und dann die Geburtseinleitung empfehlen.
Am häufigsten findet der Blasensprung aber während der Geburt statt, da sich vor dem kindlichen Kopf ein kleiner Ballon bildet, der dann durch den Druck der Wehen platzt. Nicht selten passiert es auch, dass die Fruchtblase durch die Hebamme geöffnet wird, weil sie nicht von selbst aufgeht. Dies wird mit einem kleinen Stab gemacht, mit dem man ein Loch in die Fruchtblase kratzt. Keine Sorge, es macht bei richtiger Durchführung weder dem Baby noch dem Mami Schmerzen. Ihr seht also, der Blasensprung kann zu jedem Zeitpunkt der Geburt stattfinden oder sogar der Startschuss für die Geburt sein. Eines ist bei allen Arten des Blasensprunges aber gleich. Wenn die Fruchtblase einmal offen ist, verliert man kontinuierlich Fruchtwasser und kann es auch nicht kontrollieren. Macht euch darüber aber keine Sorgen, denn euer Kind liegt auch bei viel Fruchtwasserabgang nicht „auf dem Trocknen“ und es kann ohne Problem noch etwas abgewartet werden.

Für den Fall, dass ihr zu Hause Flüssigkeit verliert und euch nicht sicher seid ob es nun Fruchtwasser ist oder nicht, haben wir euch eine kleine Checkliste gemacht.

Checkliste- Blasensprung oder nicht?

Blasensprung 

  • Plötzlicher, unkontrollierbarer Abgang von klarer, rosiger oder grüner Flüssigkeit
  • Evtl. während hartwerden des Bauches
  • Menge reicht von wenigen Tropfen bis zu einem grossen Schwall
  • Danach stetiger Abgang, vor allem bei Bewegung, Positionswechsel und harten Bäuchen

Tipp’s bei Unsicherheit 
Nicht jeder Flüssigkeitsabgang ist auch Fruchtwasser, sondern manchmal auch verflüssigter Schleim oder Urin.

  • Binde oder Waschlappen einlegen
  • Sich bewegen und Abgang von Flüssigkeit beobachten 

Vorgehen bei Verdacht auf Blasensprung 

  • Im Gebärsaal anrufen für eine Kontrolle
  • Zur Kontrolle die nasse Binden nicht wechseln, damit die Hebamme den Flüssigkeitsabgang beurteilen kann

Achtung: Dieses Vorgehen bei Blasensprung entspricht dem Schweizer Standard.
In Ländern wie z.B. Österreich, muss bei Blasensprung, je nach Anweisung des Gynäkologen, die Ambulanz gerufen werden und die Schwangere soll auf dem Rücken liegen bleiben.

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