Hypertensive Erkrankungen in der Schwangerschaft.

Der Titel diese Blogbeitrags wird den meisten nichts sagen. Beim Wort „Schwangerschaftsvergiftung“ klingelt bei den meisten jedoch etwas. Doch was genau ist eine Schwangerschaftsvergiftung und was sind Hypertensive Erkrankungen in der Schwangerschaft?

Zu den Hypertensiven Schwangerschaftserkrankungen werden alle Krankheiten gezählt, bei denen das Hauptsymptom die Hypertonie (Bluthochdruck) ist. Dazu gehört auch die Schwangerschaftsvergiftung welche in Fachsprache Präeklampsie heisst. Wir werden euch in diesem Beitrag die wichtigsten Krankheitsbilder die zu den Hypertensiven Erkrankungen in der Schwangerschaft gehören aufzeigen.

Chronische Hypertonie
Bei der chronischen Hypertonie, hatte die Schwangere bereits vor der Schwangerschaft oder vor der 20. SSW einen zu hohen Blutdruck. Sie hat aber keine anderen Symptome.

Gestationshypertonie
Beim schwangerschaftsbedingtem Bluthochdruck tritt die Hypertonie erst nach der 20. SSW auf. Aber auch hier hat die Frau zu Beginn keine weiteren Symptome. Jedoch besteht ein erhöhtes Risiko an einer Präeklampsie zu erkranken. Deshalb wird meist engmaschig der Blutdruck und der Urin kontrolliert.

Präeklampsie
Um die Diagnose Präeklampsie stellen zu können, kommt zur Hypertonie eine Proteinurie hinzu. Das bedeutet, dass die Schwangere über den Urin Eiweiss ausscheidet. Unter anderem wird deshalb bei den Schwangerschaftskontrollen eine Urinprobe entnommen. Bei der Präeklampsie wird zusätzlich zwischen einer leichten, schweren, frühen oder späten Form unterschieden. Je nach Diagnose wird dann das Procedere bestimmt.

HELLP
Das Wort „HELLP“ ist eine Abkürzung für eine Diagnose die mit Laboruntersuchungen gestellt wird. Die Schwangere kann dazu auch noch weitere Symptome entwickeln wie eine Hypertonie und eine Proteinurie.

Bei den hypertensiven Erkrankungen ist es wichtig, sie genau zu beobachten und frühzeitig Massnahmen zu ergreifen.
Die Ursache für diese Erkrankungen ist noch nicht vollständig geklärt. Jedoch besteht ein Zusammenhang mit der Einnistung der Plazenta (Mutterkuchen) in der Frühschwangerschaft. Somit ist die einzige langfristige Therapie die Entbindung. Je nach Schwangerschaftswoche und Form der hypertensiven Erkrankung, wird das Geburtshilfliche Team mit den werdenden Eltern zusammen das weitere Procedere besprechen. So kann zum Teil noch abgewartet und engmaschig überwacht werden oder es wird eine Therapie der Hypertonie notwendig. Manchmal muss aber die Geburt vorzeitig eingeleitet werden oder ein sofortiger Kaiserschnitt ist notwendig.

Die Hypertensiven Erkrankungen sind eine ernstzunehmende Pathologie in der Schwangerschaft. Deshalb wird bei den Kontrollen der Blutdruck und der Urin kontrolliert, sowie die Frau nach dem Befinden gefragt. Denn es gibt zusätzliche typische Symptome. Dazu gehören Kopfschmerzen, Oberbauchschmerzen, ein gestörtes Sehvermögen, stark zunehmende Ödeme und allgemeines Unwohlsein.

Zum Schluss ist zu sagen, dass nur 6-8% aller Schwangeren eine hypertensive Erkrankung entwickeln. Bei der Präeklampsie selbst sind es noch 2%. Ihr seht also, dass nur ein ganz kleiner Teil der Schwangeren davon betroffen ist und ihr euch deswegen keine Sorgen machen müsst. Uns ist es wichtig auf die Krankheit aufmerksam zu machen aber keine Angst zu verbreiten.

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