Kolostrum.

Nach der Geburt und beim ersten Anlegen des Kindes an die Brust, hören wir oft die Aussage: “ Ich habe doch noch gar keine Milch!“ Diese Sorge kommt meist daher, da die Mutter noch keine grosse Veränderung in der Brust spürt. Dies ändert sich dann nach einigen Tagen mit der initialen Brustdrüssenschwellung, auch Milcheinschuss genannt.

Kolostrum ist die sogenannte Vormilch die in der Schwangerschaft ab der 20. SSW gebildet wird. Manche Frauen könne schon in der Schwangerschaft einen spontanen Milchfluss oder eine Verkrustung von Kolostrum auf der Brustwarze beobachten. Es ist zäh und gelb.

Bis zum ca. 4. Tag nach der Geburt wird Kolostrum gebildet. Durch das häufige anlegen an die Brust, wird danach die „richtige“ Muttermilch produziert. Das Kolostrum unterscheidet sich nicht nur im Aussehen von der späteren Muttermilch sondern auch in der Zusammensetzung. Im Kolostrum sind vor allem Wasser, Abwehrstoffe und Proteine enthalten. Der Fettgehalt ist minimal. Im Verlauf des Stillens nimmt der Fettanteil immer mehr zu und der Protein- und Wassergehalt nimmt ab. Es hilft dabei das Immunsystem des Kindes aufzubauen und unterstützt das Kind bei der Verdauung. Ihr seht also, dass das Kolostrum nicht umsonst als flüssiges Gold bezeichnet wird.

Bei manchen Frauen wird in der Schwangerschaft ein Schwangerschaftsdiabetes, eine Wachstumsabflachung oder Makrosomie des Kindes festgestellt. Dies bedeutet oft, dass der Blutzucker des Kindes nach der Geburt überwacht und Säuglingsmilch zugefüttert werden muss. Um dem Zufüttern vorzubeugen und das Neugeborene ausschliesslich mit Muttermilch zu versorgen, wird in immer mehr Kliniken das Kolostrumbanking angeboten. Die Frauen werden instruiert und bekommen ein Set mit nach Hause.

Doch was ist Kolostrumbanking? Es ist nichts anderes als das Ausstreichen und Auffangen des Kolostrums ab der 36 0/7 SSW. Das Kolostrum wird dann eingefroren und beim Eintritt ins Spital mitgebracht. So kann es nach der Geburt aufgetaut und dem Kind nach dem Stillen zugefüttert werden. Es ist ganz normal, dass zu Beginn nichts oder nur ein paar Tropfen Kolostrum ausgestrichen werden können. Lasst euch davon nicht verunsichern. Jeder Tropfen ist wertvoll!
Auch Frauen die eine spezielle Form der Brustwarze haben oder bereits Stillprobleme hatten sollten sich über das Kolostrumbanking informieren.

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