Geburtspositionen.

Liegend auf dem Rücken gebären müssen, betäubt zu sein und keine Kontrolle über seinen Körper zu haben. Für viele Frauen ist das eine Horrorvorstellung, die sie von anderen Frauen hören, die genau das erlebt haben. Muss man also so gebären, wie es uns in Hollywoodfilmen gezeigt wird? Darf man sich nicht frei bewegen und eine Position einnehmen in der man sich wohl fühlt?

Die Geburt ist ein dynamischer Prozess, der in verschiedene Phasen eingeteilt wird. Sie ist abhängig vom Muttermundsbefund und der Höhe des Kindes im Geburtskanal. Für jede Phase gibt es Empfehlungen, die den Geburtsvorgang unterstützen und dem Baby helfen richtig durch den Geburtskanal zu finden. Ausserdem können Geburtspositionen, Regionen des Körpers entlasten, in denen man einen Schmerz verspürt.

Geburtspositionen in der Eröffnungsphase:
In der Eröffnungsphase sollte man möglichst viel Bewegung in die Geburt bringen, da sich das Baby nun im Beckeneingang einfinden soll. Zudem hilft die Bewegung gegen die Schmerzen und verbessert die Atmung.
Gehen und Stehen: Wenn möglich mit kreisenden Bewegungen des Beckens in der Wehe.
Sitzend/Hockend: Am besten auf einem Gymnastikball, da das Becken so mobil bleibt und es zudem äusserst gut gegen Schmerzen im unteren Rücken hilft.
Vierfüssler: Ebenfalls beckenkreisend. Dies entlastet meist auch das Kreuzbein im unteren Rücken. Die Position wird auch oft gewählt, wenn das Kind Schwierigkeiten hat, sich richtig im Geburtskanal einzustellen.
Seitenlage: Eine Geburt ist anstrengend und man möchte sich auch einmal ausruhen. Am besten ist die Seitenlage geeignet, auf der sich der kindliche Rücken befindet, da dies das „Tiefertreten“ des Kindes unterstützt und es am besten mit Sauerstoff versorgt ist.

Geburtspositionen in der Austreibungsphase:
Auch in der Austeibungsphase ist es empfehlenswert, sich zu bewegen und die Position immer wieder zu wechseln. Grundsätzlich ist eine aufrechte Körperhaltung von Vorteil. So kann die Schwerkraft mithelfen und erleichtert dem Kind das Tiefertreten in den Geburtskanal. Zudem spüren viele Frauen in diesen aufrechten Positionen, wie dem Vierfüssler, stehend oder auf dem Gebärhocker, den Druck nach unten besser und können so effektiver und leichter mitschieben während den Wehen.
Auch die Geburt des Kindes selbst muss nicht, wie in den Hollywoodfilmen, auf dem Rücken statt finden. Das Kind kann auch im Vierfüssler, Stehend, im Wasser, auf dem Gebärhocker oder in Seitenlage geboren werden. Wichtig ist nur, dass die Position für euch möglichst angenehm ist, die Geburt voranschreiten kann und es dem Kind in der gewählten Position auch gut geht.
Die betreuende Hebamme wird euch mögliche Gebärpositionen unter der Geburt zeigen und euch unterstützen. Meist wissen die Frauen jedoch ganz intuitiv was sie brauchen und welche Position ihnen in der aktuellen Phase der Geburt die nötige Linderung verschafft. Lasst euch von diesem Körpergefühl leiten.

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