Wochenbettdepression beim Mann.

Heute gibt es ein heikles und vielleicht auch ein etwas unbekanntes Thema zum Männermontag. Immer häufiger liest man in den Medien und Fachzeitschriften von postnatalen Depressionen bei Männern. Doch was ist eine postnatale Depression, wie unterscheidet sie sich vom Babyblues und wieso können auch Männer davon betroffen sein?

Nach der Geburt eines Kindes, ist nicht immer alles rosarot. Die Hormone des Mamis spielen verrückt und plötzlich dreht sich alles nur noch um dieses kleine, so wunderschöne, aber auch anstrengende Geschöpf. Dabei sind Stimmungsschwankungen und auch Tränen ganz normal. Dieser Zustand tritt meist am 2.-5. Tag nach der Geburt auf und hält nur wenige Stunden, bis einen Tag an. Er wird als Babyblues bezeichnet. Tritt dieser Zustand aber über eine längeren Zeitraum und meist auch erst nach 2-3 Monaten auf, muss von einer Wochenbettdepression ausgegangen werden. Dies ist bei ca. 15% aller Mamis der Fall. Aber nicht nur Frauen können von einer postnatalen Depression betroffen sein. Auch Männer können an einer Wochenbettdepression leiden. Wenn man die Zahlen der betroffenen Väter mit den Müttern vergleicht, sind sie gar nicht viel geringer. Bei den Papis sind es nämlich zwischen 5-10% die betroffen sind. Bei den Vätern tritt die Depression jedoch meist später auf als bei den Müttern. Es kann bis zu 12 Monate gehen, bis sich erste Symptome zeigen.
Die Wochenbettdepression zeigt sich beim Mann oft anders als bei den Frauen. Depressiv verstimmte Männer leugnen dies oft und neigen dazu ihre Gefühle für sich zu behalten. Sie möchten stark sein und als Stütze für ihre Frau dienen, die sich in die Rolle der Mutter einfinden muss. Dabei vergessen sie oft, dass auch sie jetzt eine neue Rolle im Familiengefüge einnehmen. Auch die Suche nach Hilfe treiben sie meist nicht von selbst an.
Ursachen für die Wochenbettdepression beim Mann sind meist der Druck und die erhöhte Belastung jetzt für eine Familie verantwortlich zu sein, der Schlafmangel und Konflikte in der Partnerschaft. Aber auch eine, als traumatisch erlebte Geburt seitens des Vaters, reicht als Stressfaktor aus um an einer Wochenbettdepression zu erkranken. Falls ihr also nach der Geburt immer wieder an diese denken müsst und dabei negative Gefühle habt, sprecht dies an. Lasst euch ausserdem in die Pflege eures Kindes einbeziehen und sprecht eure Wünsche und Gefühle bezüglich der neuen Situation aus.
Eine Depression, egal ob beim Mami oder beim Papi, wirkt sich immer negativ auf die Kinder aus, da sich die erkrankten Eltern weniger mit ihnen beschäftigen und meist körperlichen Abstand halten. So umarmen oder kuscheln sie weniger mit ihnen. Oft wird auch der Frust und die allgemeine Unzufriedenheit bei der Erziehung der Kinder ausgelassen.
Darum ist es umso wichtiger, das Thema anzusprechen und sich Hilfe zu holen.

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