Neugeborenen Screenings.

In den ersten Tagen nach der Geburt werden in der Schweiz verschiedene Screenings bei den Neugeborenen durchgeführt. Dabei geht es darum, alle Kinder auf Abweichungen der Physiologie zu untersuchen. Screenings müssen einfach und ungefährlich sein, sowie selten falsch positive oder falsch negative Ergebnisse liefern. Bei den Erkrankungen die gescreent werden ist es so, dass diese behandelt werden können. Je früher man dies weiss, desto grösser ist die Chance, dass sich das Kind regelrecht entwickelt.

Bei den Babys sind es die folgenden vier Screenings die durchgeführt werden:

  • Pulsoxymetrie
  • Hörscreening
  • Neugeborenen Screening / Guthrie Test
  • Hüft-Sonographie

Wir werden euch in den folgenden Abschnitten die Screenings erklären und erläutern, was dabei genau getestet wird.

Pulsoxymetrie

Bei der Pulsoxymetrie wird dem Kind am Fuss ein Sensor befestigt der mit Hilfe von Infrarot-Lichtwellen die Sauerstoffsättigung im Blut messen kann. Dies wird am ersten Lebenstag, meist ca. 6 Stunden nach der Geburt, gemacht.
Die Pulsoxymetrie wird durchgeführt, um angeborene Herzfehler frühzeitig zu erkennen. Denn trotz allen Ultraschalluntersuchungen während der Schwangerschaft, gibt es Kinder bei denen man den Herzfehler nicht entdeckt. Darum wird das Pulsoxymetrie-Screening durchgeführt. Solche Herzfehler sind sehr selten, jedoch ist es wichtig, diese frühzeitig zu erkennen um dem Baby rasch helfen zu können.

Hörscreening
Das Hörscreening wird am 2. – 3. Lebenstag durchgeführt, sobald das Ohr des Babys trocken ist. Dabei wird mit Hilfe des TEOAE-Verfahren (Transitorisch evozierte otoakustische Emission) überprüft, ob das Baby an einer beidseits schweren Schwerhörigkeit leidet. Dazu wird eine kleine Sonde ins Ohr eingeführt, die leise Test-Töne von sich gibt. Wenn das Baby normal hört, sendet das Innenohr daraufhin leise Töne zurück, die die Messsonde registriert. Für das Screening reicht es, wenn das Baby den Test auf einem Ohr besteht. Denn dies ist genug für eine normale Sprech- und Sprachentwicklung. Besteht das Baby das Hörscreening nicht, wird es bei einem HNO-Arzt (Hals-, Nasen-, Ohrenarzt) angemeldet, der dies dann genauer untersucht. Oft ist das nicht-bestehen auf Rückstände von Fruchtwasser oder Käseschmiere im Ohr zurück zu führen oder das Baby war während des Tests etwas zu unruhig. Denn nur bei kompletter Stille funktioniert die Messsonde einwandfrei.

Neugeborenen-Screening / Guthrie-Test
Dies ist ein invasiver Bluttest, der 72-96 Stunden nach der Geburt durchgeführt wird. Dem Baby werden 4 Tropfen Blut aus der Ferse entnommen welche auf einer Testkarte gesammelt werden. In einem Labor im Kinderspital Zürich wird das Blut ausgewertet. Es wird nach 10 Stoffwechsel- und Hormonerkrankungen gesucht. Ist eine Auffälligkeit in den Blutproben nachweisbar, wird ein zweiter Test gemacht um die Verdachtsdiagnose zu überprüfen. Bei den getesteten Krankheiten ist es so, dass sie mit einer Ernährungsumstellung, Diät oder Medikamenten sehr gut behandelt werden können. Auf der Seite des Neugeborenen Screenings sind alle 10 Erkrankungen die ausgetestet werden noch genauer erklärt.

Hüft-Sonographie
Nach 4 Wochen wird bei der U3, beim Kinderarzt eine Ultraschalluntersuchung der Hüften gemacht. Denn bei Neugeborenen besteht ein wesentlicher Teil des Hüftgelenks aus Knorpel. Die Verknöcherung des Gelenks findet in den Wochen um die Geburt statt. Wenn der Knochen nicht ganz so weit gewachsen ist, kann der Druck der beim Bewegen der Beine entsteht, zu einer Entwicklungsstörung des Hüftgelenkes, einer Hüftdysplasie, führen. Die Hüftdysplasie ist heilbar. Je früher sie entdeckt wird desto einfacher ist die Behandlung und das Hüftgelenk kann sich normal entwickeln. Bei positiven Familienanamnesen oder Kindern die in Beckenendlage auf die Welt gekommen sind, ist das Risiko für eine Hüftdysplasie etwas grösser. Deshalb werden diese Kinder meist nach 1-2 Wochen bereits kontrolliert.

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