Wunde Brustwarzen.

Wenn das Baby das erste Mal an der Brust saugt, ist es für das frischgebackene Mami selten angenehm. Denn die Kleinen ziehen schon kräftig an der Brust und dehnen das Gewebe. Diese mechanische Belastung und die vermehrte Durchblutung führen dazu, dass die Brustwarzen in den ersten 3-4 Tagen nach der Geburt etwas gereizt sein können. Trotz dem etwas unangenehmen Gefühl und der ungewohnten Reibung an der Brustwarze, bekommen aber lange nicht alle Frauen wunde oder gar blutige Brustwarzen. Woran liegt es also und was kann man dagegen tun?

Wieso bekommt man wunde Brustwarzen?

Falsche Saugtechnik
Der häufigste Grund ist eine falsche Saugtechnik des Kindes an der Brust. Manche Kinder öffnen den Mund zu wenig und klemmen die Brustwarze zwischen ihrem Ober- und Unterkiefer ein. So reibt die Brustwarze auf dem Zahnfleisch des Kindes und die Brustwarzen werden wund. Wichtig ist zudem, dass das Kind die ganze Brustwarze in den Mund nimmt und nicht nur die Spitze. Die Saugtechnik ist im allgemeinen von Kind zu Kind unterschiedlich. Es gibt Babys die eher ruhig an der Brust saugen und andere die sehr energisch an die Sache herangehen. Auch beim „Abdocken“ der Brustwarze nach dem Stillen, ist die Brustwarze einer Reibung ausgesetzt. Wenn das Kind nicht selber loslässt, sollte das Vakuum gelöst werden, indem der kleine Finger in den Mund des Babys geführt wird um es so von der Brustwarze zu lösen. – Weitere Infos dazu findet ihr beim Blogbeitrag zum Stillen – korrektes Anlegen: https://hebammehoch2.ch/hebammenblog/1311/

Falsche Stillposition:
Eine weitere Fehlerquelle kann eine falsche Stillposition sein. Es ist wichtig, dass das Baby so an der Brust positioniert ist, dass es beim Stillen keinen Zug auf die Brust gibt und es nahe am Körper des Mamis liegt. Dabei wird euch eure Hebamme und die Fachfrauen im Krankenhaus unterstützen. – Weitere Infos dazu findet ihr beim Blogbeitrag zu den Stillpositionen: https://hebammehoch2.ch/hebammenblog/1313/

Was kann man dagegen tun, wenn die Brustwarzen doch wund sind?
Neben dem korrekten Anlegen des Kindes, können bei wunden Brustwarzen folgende Massnahmen helfen:

  • Die Stillmahlzeiten nicht wegen den Schmerzen herauszögern oder verkürzen, da dies einen Milchstau begünstigt.
  • Das Kind zuerst an der weniger betroffenen Seite anlegen.
  • Die Brust nach dem Stillen mit der restlichen Muttermilch, die auf der Brustwarze sichtbar ist, eincremen.
  • Zu Hause die Brustwarzen immer wieder an der frischen Luft trocknen lassen.
  • Eine Brustwarzenpflegesalbe aus Wollfett, wie z.B. Purelan von Medela, nach dem Stillen verwenden. Jedoch nur eine ganz dünne Schicht auftragen, damit die Brustwarze nicht „aufgeweicht“ wird.
  • Wundauflagen wie z. B. Mepilex oder Multi-Mam Kompressen, in Rücksprache mit der Hebamme oder Stillberaterin anwenden.
  • Eine Lasertherapie durch eine Stillberatung.
  • Keine auf der Brust klebenden Stilleinlagen verwenden, sondern solche aus Naturfasern. Ansonsten kann die neu gebildete Haut auf der Brustwarze, beim Ablösen der Stilleinlage, wieder abgelöst werden.
  • Bei stark schmerzenden oder blutigen Brustwarzen macht es Sinn, ein Stillhütchen zu verwenden oder eine Stillpause einzulegen und die Muttermilch abzupumpen. Dies solltet ihr unbedingt mit eurer Hebamme oder mit einer Stillberaterin besprechen.

Die Brustwarzen in der Schwangerschaft bereits vorzubereiten und abzuhärten, hat sich als nicht wirksam herausgestellt und wird darum heute nicht mehr empfohlen. Wenn man doch etwas zur Vorbereitung auf das Stillen machen möchte, können wir euch unseren Blogbeitrag zum Kolostrukbanking empfehlen: https://hebammehoch2.ch/hebammenblog/535/
Auch Teekompressen mit Schwarz- oder Salbeitee können nicht empfohlen werden, da sie die Brustwarzen zu stark austrocknen und dies nicht optimal ist, wenn das Kind danach an der Brust saugt.

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1 Kommentar

  1. toller beitrag ihr lieben
    ergänzt doch noch folgendes:
    – bei blutigen brustwarzen hilft am besten die stillpause.
    das stillhütchen würde ich dann nicht einsetzen.
    – wichtig ist beim stillhütchen auch.,dass die saugtechnik korrekt ist. sonst kann es trotzdem wunde brustwarzen geben.
    – erwähnt doch noch den „wiener brustdonut“ er ist oft gold wert, wenn die brustwarzen so stark schmerzen, dass nicht einmal stoff darauf ertragen wird.
    https://www.elacta.eu/wp-content/uploads/2017/04/HB_2014_01_Brust_Donut.pdf

    was auch immer sehr gut tut wenn die brustwarzen bluten; reinigen mit kochsalzlösung oder einfach mit wasser und dann trocknen lassen.

    lieber gruss martina

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