Babybad.

Wann das Baby das erste Mal gebadet werden soll, wird kontrovers diskutiert. In einigen Ländern und Spitälern wird es direkt nach der Geburt gebadet, an anderen Orten nach 24 Stunden oder es wird sogar empfohlen, damit zu warten bis der Nabelrest abgefallen ist. Doch warum wird es so unterschiedlich gehandhabt? Und wie werden die verschiedenen Methoden begründet? Und was sollte grundsätzlich beachtet werden beim Baden des Babys?

Das Baden direkt nach der Geburt
Früher wurden die Kinder nach der Geburt gebadet. Es ging dabei jedoch ursprünglich nicht um die Körperpflege des Babys. Das Bad wurde durchgeführt um das Kind am ganzen Körper zu untersuchen. Durch den Druck des Wassers auf den kleinen Körper, konnte man Herzfehler und Atemprobleme rasch erkennen. Denn bei solchen Problemen reagiert der Körper durch den zusätzlichen Druck und verändert seine Hautfarbe.

Heute wird das Baby nach der Geburt nur noch selten gebadet. An einigen Orten ist es eine Art Ritual, dass der frischgebackene Papa das Baby, nach dem ausgiebigem Bonding mit dem Mami, baden darf. So hat auch er seine ersten Minuten mit dem Kind. Die Babys selbst geniessen das Bad meist sehr, da sie sich im warmen Wasser wieder wie in der Gebärmutter fühlen. Das Baby wird dabei aber nicht gewaschen, es soll nur der Entspannung dienen.
Es gibt auch Eltern die ein Bad wünschen, da sie das Baby nicht „schmutzig“ lassen möchten. Wenn ein Baby wirklich sichtbare Verschmutzungen hat durch z.B. Mekonium (Kindspech) oder Blut, ist es sinnvoll es zu baden oder die Haare etwas auszuwaschen, damit es nicht eintrocknet. Ansonsten ist ein Baby nicht schmutzig nach der Geburt, nur wegen des Fruchtwassers oder der Käseschmiere.

Denn genau wegen der Käseschmiere und dem Fruchtwasser, wird das Baden nach der Geburt meist nicht mehr empfohlen. Die Käseschmiere ist eine Art „Super-Creme“ für die zarte Babyhaut. Sie schützt sie vor dem Austrocknen. Verschiedene Studien konnten auch aufzeigen, dass im Fruchtwasser und in der Käseschmiere sogenannte antimikrobielle Peptide enthalten sind. Diese sind gegen einige Bakterien und Pilze wirksam.
Auch gibt es die Begründung, dass man beim Baden den speziellen Geruch des Babys abwäscht und so das Bonding stören könnte.

Doch was ist mit den Kindern, die im Wasser geboren werden?
Diese Babys kommen automatisch direkt nach der Geburt mit dem Wasser in Kontakt, wenn sie auf die Welt kommen. Jedoch sind sie nur einen kurzen Augenblick im Wasser. Dadurch verdünnen sich zwar diese antimikrobiellen Peptide, sind aber nicht ganz weg.

Das Baden in den ersten Lebenstagen
Wenn das Baby noch nicht gebadet wurde nach der Geburt, kommt oft die Frage, wann denn nun der richtige Zeitpunkt ist. Dazu findet man verschiedenste Empfehlungen und Begründungen. Oft wird empfohlen, 24 Stunden abzuwarten, damit das Bonding problemlos abläuft. Aber auch der Nabelschnurrest spielt bei vielen Empfehlungen eine Rolle. So gibt es die „präventive“ Nabelpflege, bei der nichts gemacht wird, ausser jeden zweiten Tag, ab der Geburt, das Kind zu baden und den Nabelrest zu reinigen. Es gibt aber auch die Meinung, dass das Baby erst gebadet werden soll, wenn der Nabel abgefallen und gut verheilt ist. Als Begründung dafür wird angegeben, dass so das Risiko für Infektionen über den Nabel geringer sei. Jedoch werden beim Baden, in klarem Wasser, grundsätzlich keine Bakterien übertragen, die eine Infektion auslösen können.

Das Babybad
Wenn man sein Baby badet, gibt es ein paar Punkte, die man beachten muss.
Babys verlieren rasch an Körpertemperatur und können auskühlen. Deshalb sollte das Bad in einem warmen Zimmer durchgeführt werden.

Vorbereitung:

  • Die Babywanne oder ein Lavabo mit 37°C warmem Wasser füllen
  • Ein Waschlappen und ein Badetuch bereitlegen
  • Frische Kleider für das Baby oder den Schlafanzug herrichten
  • Evtl. ein Massageöl und ein Tuch als Unterlage für die Massage auf dem Wickeltisch bereitlegen

Ablauf:
Vor dem Bad kann man sehr gut eine Babymassage durchführen. So wird die Haut schön gepflegt. Danach wird das Baby im klaren, 37°C warmem Wasser gebadet. Es braucht keine Badezusätze. Man kann aber, etwas Muttermilch dazugeben. Dies pflegt die Babyhaut zustätzlich. Am Anfang reichen 10 Minuten Badezeit, da das Badewasser sehr schnell auskühlt.
Während dem Baden hält man das Baby so, dass das Köpfchen des Babys auf der Innenseite des Unterarms liegt. Mit der Hand kann man dann die Schulter und den Oberarm des Babys sanft umschliessen. So hat man es sicher in der Hand. Durch das Gewicht des Köpfchens, schwimmt das Baby und man hat die zweite Hand frei.
Während dem Baden darauf achten, dass Mund und Nase nicht unter Wasser geraten. Die Ohren hingegen sind kein Problem. Es ist nur wichtig darauf zu achten, dass man mit dem Baby mit nassen Ohren nicht nach draussen geht. Deshalb ist das Baden am Abend vor dem Schlafen sinnvoll. Sobald man das Baby aus dem Wasser nimmt, wird es wahrscheinlich weinen, da es kalt hat. Deshalb heisst es rasch abtrocknen. Dabei darauf achten, dass vor allem alle Hautfalten gut getrocknet werden. Das heisst, am Hals, unter den Armen, in den Kniekehlen usw.
Das Massieren und Baden ist auch eine tolle Möglichkeit für den Papa, Zeit mit dem Baby zu verbringen.

Wie häufig aber nun gebadet wird und wann zum ersten Mal, muss man für sich entscheiden. Denn es muss für die Familie und für das Baby stimmen. Ein Kind das gerne badet und dies sehr geniesst, darf ruhig mehr gebadet werden als eines, dass es als Stress empfindet. Denn die Babys sind am Anfang kaum schmutzig. Das Baden ist hauptsächlich für das Wohlbefinden da.

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