Beckenendlage.

Während der Schwangerschaft liegen die Kinder in den verschiedensten Positionen in der Gebärmutter. Je weiter die Schwangerschaft fortgeschritten ist, desto mehr Kinder finden sich in der optimalsten Position, der Schädellage, ein.
Etwa 5% aller Kinder bleiben jedoch in der Gebärmutter sitzen und werden dann aus einer Beckenendlage/Steisslage geboren.

Doch was macht, wenn das Baby in Beckenendlage liegt? Welche Möglichkeiten gibt es, um das Kind zum Drehen zu motivieren? Und ist ein Kaiserschnitt notwendig wenn es sich nicht dreht?

In der 20.-30. SSW liegen noch ca. 30% aller Kinder in Beckenendlage (BEL). Viele drehen sich von selbst in eine Schädellage, sodass es in der 35. SSW nur noch ca. 10% sind, die verkehrt herum liegen. Diese Kinder kann man  versuchen zu motivieren, sich zu drehen. Dabei können folgende, alternativmedizinischen Massnahmen helfen die Aktivität des Kindes zu erhöhen und es so zur Drehung zu motivieren.

Knie-Ellbogen-Lage
Durch diese „Umkehr-Position“ hat das Baby die Möglichkeit, mit seinem Rumpf aus dem Becken des Mamis auszutreten und hat so mehr Platz um sich zu drehen.

Rebozo
Mit Hilfe eines Rebozo-Tuches, kann während der Knie-Ellbogen-Lage das Becken des Mamis zusätzlich noch bewegt werden.

Akupunktur / Akupunktmassage
Dabei werden mit Akupunkturnadeln oder mit einem Akupunkturstäbchen die energetischen Punkte im Körper stimuliert.

Moxibustion
Mit Hilfe von getrocknetem Beifusskraut wird während der 32. – 36. SSW eine bestimmte Körperregion erwärmt und aktiviert. Somit soll auch das Baby aktiviert werden, sich mehr zu bewegen und sich zu drehen.

Licht und Klang
Mit Hilfe einer Taschenlampe oder eine Klangkugel kann die Neugierde des Babys geweckt werden. Man beginnt mit dem Licht oder dem Klang beim Kopf des Babys und führt es dann nach unten zum Schambein. Wir finden: „Nützt es nichts, so schadet es nichts.“

Im Internet findet man oft auch die „Indische Brücke“ als Übung. Diese sollte jedoch nicht angewendet werden, da die Gebärmutter auf die untere Hohlvene der Frau drücken kann und so Übelkeit, Schwindel und eine Unterversorgung des Kindes auslösen kann. Die Knie-Ellbogen-Lage ist darum die bessere Variante.

Die äussere Wendung
Dreht sich das Baby trotz all den alternativmedizinischen Methoden nicht, gibt es noch die Möglichkeit der äusseren Wendung.
Dabei wird durch ein Gynäkolge*in das Baby von aussen, durch Druck auf die Gebärmutter gedreht. Da dabei jedoch das Risiko besteht, dass Kontraktionen ausgelöst werden oder sich sogar die Plazenta ablösen kann, wird dies erst ab der 36. / 37. SSW im Spital unter Bereitschaft für einen Kaiserschnitt durchgeführt.

Bleibt das Baby in einer BEL wird leider oft ein Kaiserschnitt empfohlen, ohne weitere Abklärungen. Dies ist jedoch nicht immer nötig, da auch Kinder aus BEL spontan zur Welt kommen können, wenn gewisse Voraussetzungen gegeben sind. Möchte man mehr darüber erfahren, ist es wichtig dies anzusprechen und sich eine Klink zu suchen die dies anbietet. So wird man bei einer Geburtsmodusbesprechung über den Ablauf, die Vorteile und Risiken einer Spontangeburt aufgeklärt. Gleichzeitig wird auch das Geburtshilfliche Team schauen, ob alle Voraussetzungen gegeben sind, um eine Spontangeburt anzustreben.

Was für Voraussetzungen dies sind und wie eine Spontangeburt bei BEL abläuft, erfahrt ihr hier.

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