Wochenbettdepression.

„Hilfe in Anspruch zu nehmen, ist kein Zeichen von Schwäche, sondern ein Zeichen von Stärke.“

Wenn man zu Hause, als frischgebackenes Mami, plötzlich mit Traurigkeit, Weinerlichkeit, Erschöpfung und Gereiztheit zu tun hat, sind dies nicht die Gefühle die man erwartet nach einer Geburt. Und trotzdem haben viele Frauen damit zu kämpfen.

Die Hälfte aller Wöchnerinnen leiden zwischen dem dritten bis siebten Wochenbetttag, an Stimmungsschwankungen und Weinerlichkeit. Man nennt dies den Baby-Blues. Denn neben der Freude über das kleine Wesen, dass nun auf der Welt ist, kommen auch Gefühle wie Angst, Unsicherheit und Überforderung dazu. Die Hormonumstellung nach der Schwangerschaft erledigt den Rest und dies führt zu einer Achterbahnfahrt der Emotionen.

Diese Tage gehören zum frühen Wochenbett oft dazu. Es ist darum auch in Ordnung, einfach einmal zu weinen. Denn im Wochenbett soll alles fliessen, was fliessen muss.

Doch was kann man dann machen, damit es wieder besser wird?
Es ist sehr wichtig, die Gefühle gegenüber dem Partner und der Hebamme zu äussern. Den Gespräche können oft schon viel bewirken und man kann gemeinsam besprechen welche weiteren Massnahmen sinnvoll währen. So ist es auch wichtig, Stressmomente zu reduzieren und dem frischgebackenen Mami, Pausen zu verschaffen.

Hält dieser Zustand länger als 2 Wochen an oder verschlimmern sich die Symptome, ist es unbedingt notwendig, diese Situation nochmals mit dem Partner und der Hebamme zu besprechen und weitere Hilfe zu organisieren. Denn 10% der Wöchnerinnen, entwickeln eine postpartale Depression. Eine Wochenbettdepression. Diese kann zwischen der 2. Woche nach der Geburt, bis zu einem Jahr nach der Geburt auftreten. Symptome wie Stimmungsschwankungen, Konzentrationsschwierigkeit, Schuldgefühle, Angst und sozialer Rückzug sind sehr häufig. Ein Unterschied zum Baby-Blues, zusätzlich zum Zeitpunkt des Auftretens ist, dass die Frauen mühe haben ihr Kind anzunehmen.

Deshalb ist es umso wichtiger, sich rasch professionelle Hilfe zu holen. In manchen Fällen ist eine ambulante Therapie ausreichend, manchmal ist auch eine stationäre Aufnahme in einer Klinik nötig. Dies wird gemeinsam mit der betroffenen Familie besprochen. So gibt es in der Schweiz auch Kliniken, mit speziellen Mutter-Kind-Stationen. Auch kann die Behandlung mit Antidepressiva notwendig werden. Dabei gibt es auch Medikamente, die während der Stillzeit eingenommen werden dürfen.

Dadurch, dass die Wochenbettdepression oft noch ein Tabuthema ist, ist es umso schwieriger das Thema anzusprechen. Jedoch ist dies der einzige und richtige Weg. Und wie wir schon zu Beginn geschrieben haben: „Hilfe in Anspruch zu nehmen, ist kein Zeichen von Schwäche, sondern ein Zeichen von Stärke.“

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