Nuggi.

Der Nuggi oder auch Schnuller ist oft ein umstrittenes Thema. Soll man überhaupt einen geben? Wann ist der richtige Zeitpunkt? Und was für Vor- und Nachteile hat es überhaupt? Wir haben euch dazu einen Blogbeitrag geschrieben, der aufzeigt was zu beachten ist bei gestillten Babys.

Wie bei uns Erwachsenen, ist auch jedes Baby anders. So gibt es die, die an der Brust trinken und dann wieder zufrieden schlafen. Dann gibt es die „Raupen Nimmersatt“. Sie trinken an der Brust und zeigen danach schon wieder, dass sie nochmals saugen möchten. Dies kann ein Zeichen sein, dass das Baby noch nicht genug Muttermilch erwischt oder es hat ein ausgeprägtes Saugbedürfnis.
Denn das Wort Säugling kommt nicht ohne Grund vom Wort „saugen“. Nur durch ihren Saugreflex sind sie nach der Geburt sofort in der Lage zu trinken und die Milchproduktion anzukurbeln. Wie ausgeprägt dieses Saugbedürfnis ist, ist von Kind zu Kind unterschiedlich.
Es ist aber immer sehr wichtig zu unterscheiden zwischen einem hungrigen Kind und einem, dass einfach nur saugen möchte. Denn bei einem hungrigen Kind ist der Nuggi die falsche Herangehensweise.

Das Problem mit dem Nuggi.
Gibt man einem hungrigen Kind einen Nuggi, wird es vertröstet. Dies klingt zuerst ganz praktisch, da man das Baby so noch etwas herauszögern kann wenn man Besuch hat, am Einkaufen ist oder einfach noch rasch duschen möchte. Jedoch produziert die Brust die Muttermilch nach dem Prinzip von Angebot und Nachfrage. Somit hat die Brust das Gefühl, dass das Baby nicht so viel braucht, da es durch das Vertrösten weniger oft an der Brust trinkt. Die Milchmenge geht zurück. Das sowieso schon hungrige Kind, wird noch weniger Muttermilch bekommen und nicht gut zunehmen.
Deshalb ist es immer wichtig, ein hungriges Kind zu Stillen und nur danach, bei einem grossen Saugbedürfnis, noch einen Nuggi anzubieten.

Die Vorteile des Nuggis.
Das Saugen wirkt auf Babys beruhigend. Haben sie Bauchschmerzen, hat man oft das Gefühl, dass sie saugen möchten. Hunger haben sie jedoch nicht und noch mehr Muttermilch verdauen zu müssen, hilft bei den Bauchschmerzen auch nicht wirklich weiter. In solchen Situation kann ein Nuggi Gold wert sein. Das Baby kann saugen, sich beruhigen und einschlafen. Auch Kinder mit einem sehr ausgeprägten, natürlichen, non-nutriven Saugbedürfnis, können manchmal nur mit einem Nuggi zufrieden gestellt werden nach dem Stillen.

Die Saugverwirrung.
Oft hört man, dass man frühestens nach 6 Wochen einen Nuggi geben soll, da das Baby sonst eine Saugverwirrung bekommen kann. Damit ist gemeint, dass das Baby verlernt korrekt an der Brust zu trinken. Denn das Nuckeln am Nuggi ist nicht dieselbe Bewegung, wie das korrekte Saugen an der Brust. Jedoch ist es sehr umstritten, ob es die Saugverwirrung überhaupt gibt. Die Studienlage dazu ist nicht eindeutig. In der Praxis erlebt man aber auch Kinder die plötzlich nicht mehr Wissen, wie sie die Brustwarze korrekt fassen und dann saugen sollen. Sie schreien die Brust an und verweigern sie. Meist kommen aber auch andere Faktoren dazu die das Stillen erschweren, wie die initiale Brustdrüsenschwellung, eine unzureichende Milchmenge oder ein stressiger Tag des Kindes, mit viel Besuch. Das kommt aber auch bei Kindern vor die nie einen Nuggi hatten oder mit dem Fläschchen Milch bekommen haben.

Die Kieferentwicklung.
Zahnärzte und Kieferorthopäden sind oft auch keine grossen Fans von Nuggis. Denn sie können bei langer Anwendung kieferorthopädische Probleme verursachen. Es ist deshalb wichtig den Nuggi nie länger als 6 Stunden am Tag dem Baby zu geben und den Nuggi bis spätestens im Alter von 3 Jahren abzugewöhnen. Auch ist es empfehlenswert einen kiefergerechten Nuggi zu verwenden. Dieser zeichnet sich aus, durch ein quer-oval ausgerichtetes „Saugteil“ das flach, klein und flexibel ist mit einem dünnen Schaft.

Das Daumenlutschen.
Die Europäische Akademie für Kinderzahnheilkunde (EAPD) befürwortet die Verwendung eines Nuggis anstatt des Saugens am Finger. Das Daumenlutschen führt genauso zu Zahnfehlstellungen und man kann die Dauer des Nuckelns nicht überwachen. Zudem ist es oft schwieriger, das Daumenlutschen abzugewöhnen als einen Nuggi. Den der Daumen ist immer vorhanden und Einsatzbereit.

Der plötzliche Kindstod – SIDS.
Ein Nuggi kann das Risiko für einen plötzlichen Kindstod minimieren. Warum dies so ist, ist bis heute ungeklärt. Jedoch weisen Studien darauf hin, dass ein gewisser Schutz beim Verwenden eines Nuggis besteht. Die „Pädiatrie Schweiz“ empfiehlt deshalb dem Kind einen Nuggi anzubieten zum Einschlafen, sobald das Stillen gut funktioniert.

Anwendung des Nuggis.
Der Nuggi sollte erst dann zum Einsatz kommen, wenn das Baby korrekt an der Brust trinkt, genügend Muttermilch bekommt und danach noch sein non-nutrives Saugbedürfnis stillen möchte. Wichtig ist beim Gebrauch eines Nuggis darauf zu achten, dass das Baby ihn nicht immer im Mund hat, sondern er gezielt eingesetzt wird zum Einschlafen und Beruhigen nach dem Stillen. Auch ist es sinnvoll, dass der Nuggi beim schlafenden Kind entfernt wird, wenn er nicht selbst aus dem Mund fällt. So kann es sich auch bei Hungerzeichen wieder melden und wird nicht automatisch durch den Nuggi im Mund vertröstet. Sobald das Baby etwas grösser ist, ist es empfehlenswert, dass der Nuggi nur noch zum Schlafen seinen Einsatz findet und im Bettchen bleibt. Wir raten davon ab, einem zufriedenen Baby und auch Kleinkind einen Nuggi einfach so zu geben. Ein Nuggi sollte stets klug und sinnvoll eingesetzt werden.

Zum Schluss bleibt nur zu sagen, dass man auf sein eigenes Kind und seine Bedürfnisse schauen muss. Bei Fragen ist es sinnvoll diese mit der Hebamme, der Stillberaterin oder dem Kinderarzt zu besprechen.

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