Abstillen.

Es gibt Frauen die direkt nach der Geburt nicht Stillen möchten oder es nicht können, aufgrund der eigenen Krankengeschichte. Andere Mütter stillen und kommen irgendwann an einen Punkt, an dem das Stillen für sie nicht mehr stimmt. Egal aus welchem Grund das Abstillen erfolgt, es ist wichtig, dass man gut beraten und betreut wird.

Das Abstillen kann grundsätzlich in primäres und sekundäres, sowie in medikamentöses und konservatives Abstillen unterteilt werden. Es spielt aber immer auch eine Rolle, wie lange man schon gestillt hat, wie viel Muttermilch produziert wird und wie alt das Baby ist.

Primäres Abstillen
Das primäre Abstillen findet direkt nach der Geburt statt, wenn das Mami nicht stillen möchte oder kann. Man hat dabei die Auswahl zwischen dem medikamentösen oder dem konservativen Abstillen.

Sekundäres Abstillen
Als sekundäres Abstillen wird es bezeichnet, wenn man bereits gestillt hat und sich danach entscheidet abzustillen. Dies geschieht oft konservativ.

Medikamentöses Abstillen
Beim primären, medikamentösen Abstillen wird in den ersten 24 Stunden nach der Geburt, einmalig ein Medikament verabreicht, welches die Ausschüttung des Hormons Prolaktin hemmt. Das Prolaktin ist für die Milchbildung zuständig. Das Medikament zum Abstillen, hat aber wie alle Medikament, leider auch Nebenwirkungen. Sehr häufig treten Kopfschmerzen, Schwindel und Übelkeit auf. Oft hat es auch Auswirkungen auf die Psyche, denn man kann mit depressiver Verstimmung auf das Medikament reagieren. Dies ist bei der Wahl der Art des Abstillens unbedingt zu beachten.
Stillt man sekundär ab, wird das Medikament über zwei Tag, zwei mal täglich verabreicht.
Wenn man nicht medikamentös abstillen möchte, gibt es auch die Möglichkeit das Ganze konservativ anzugehen.

Konservatives Abstillen
Dabei greift man auf alternativmedizinische Möglichkeiten zurück. Es spielt grundsätzlich keine Rolle, ob dies primär oder sekundär geschieht. Folgende Massnahmen kann man beim konservativen Abstillen durchführen:

  • Das Baby nicht mehr anlegen.
  • 2-3 Tassen Salbeitee pro Tag trinken.
  • Zusätzlich können auch Salbeitropfen eingenommen werden.
  • Enganliegender BH tragen.
  • Kühlen der Brust mit Quarkwickeln, Coldpacks oder zerdrückte Kohlblättern.

Wenn sich die Brust in der initialen Brustdrüsenschwellung (Milcheinschuss) befindet oder sich voll anfühlt, muss die Muttermilch zur Entlastung ab und zu ausgestrichen oder abgepumpt werden, damit kein Milchstau entsteht. Dies sollte immer mit der betreuenden Hebamme oder Stillberatung besprochen werden. Denn wenn man zu oft abpumpt oder ausstreicht kann dies auch wieder anregend auf die Milchmenge wirken.
Wenn man bereits länger stillt und konservativ Abstillen möchte, ist es am Besten wenn man versucht, den Abstand zum nächsten Stillen zu verlängern und so einzelne Stillmahlzeiten zu ersetzt. Es ist sehr wichtig, dass die Mahlzeiten dann ersetzt werden, wenn das Mami und das Baby entspannt sind. Die Babys sind in den Morgenstunden lernfähiger als am Abend. Deshalb ist es sinnvoll, am Vormittag, Mittag oder frühen Nachmittag damit zu beginnen. Das heisst, bei einem Baby das noch keine Beikost erhält, wird eine Stillmahlzeit durch einen Schoppen mit Säuglingsanfangsnahrung ersetzt, denn Milch ist im ersten Lebensjahr das Hauptnahrungsmittel des Babys.

Bei einem Baby das zu essen beginnt, kann man die Stillmahlzeiten durch feste Nahrung „ersetzen“. Am Anfang isst das Baby jedoch meist noch wenig und es dauert eine ganze Weile, bis eine Stillmahlzeit wirklich komplett ersetzt ist. Oft trinken nämlich die Babys nach dem Essen noch Milch, um den Durst zu löschen. Somit wird die Stillmahlzeit am Anfang eher „verkürzt“ bevor sie dann ganz weg fällt.

Natürlich kann sich die Brust nach dem Auslassen der Stillmahlzeit voll anfühlen. Dies reguliert sich aber in der Regel innerhalb von ein paar Tagen von selbst. Falls dies nicht der Fall ist, kann man 2-3 Tassen Salbeitee trinken. Sobald das Völlegefühl der Brust weg ist, hat sich die Milchmenge eingependelt und man kann Schritt für Schritt weitere Mahlzeiten einführen und Stillmahlzeiten verkürzen. Dies braucht zwar einige Zeit, bis man ganz abgestillt hat, ist aber emotional für das Baby und auch für das Mami oft einfacher.

Es ist normal, dass auch nach 2-3 Monate oder sogar länger nach dem Abstillen, noch Muttermilch austreten kann, wenn man die Brust massiert.

Während des ganzen Prozesses des Abstillens, ist es wichtig, die Brust gut zu kontrollieren um frühzeitig einen Milchstau zu erkennen. Dabei kann einen die Stillberaterin auch unterstützen. In der Schweiz, werden einer Frau während der Schwangerschaft und Stillzeit, drei Stillberatungen bezahlt.

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